Zeitgenössische Oper Berlin
Der Inhalt von "Le Vin Herbé

 

Prolog

Zwölf Menschen betreten den Raum. Sie haben sich versammelt, um die Geschichte von Tristan und Isolde zu erzählen.

 

 

 

Foto: Iko Freese

Szene 1.jpg (29818 Byte)
1. Teil - DER LIEBESTRANK

1. Bild

Vor Aufbruch der Reise Isoldes über das Meer nach Kornwall, wo Tristan sie König Marke als Braut zuführen soll, braut Isoldes Mutter einen Trank, den sie Brangäne anvertraut. Sie soll ihn im Geheimen hüten und dem Brautpaar in der Hochzeitsnacht zu trinken geben, denn "jene, die gemeinsam davon trinken, werden sich lieben mit allen Sinnen und all ihren Gedanken, immerdar, im Leben und im Tod..."

2. Bild

Je weiter sich das Schiff von ihrer Heimat entfernt, desto trauriger wird Isolde. Sie haßt Tristan, der Morolt erschlug und sie nun im Auftrag seines Onkels in ein fremdes Land bringt. Lieber will sie sterben, als in König Markes Land leben.

3. Bild

Während einer Windstille läuft das Schiff eine Insel an. Isolde und Tristan bleiben an Bord zurück. Es verlangt sie zu trinken; ein Kind reicht ihnen aus Versehen den Liebestrank. Als Brangäne sieht, wie beide eben die Schale geleert haben, verflucht sie den Tag ihrer Geburt und entdeckt Tristan und Isolde, daß sie ihren Tod getrunken haben.

4. Bild

Das Schiff setzt seine Fahrt fort. Tristan fühlt sich mit allen seinen Sinnen an Isolde gefesselt. Entsetzt erkennt er, daß er die Frau begehrt, um die er für seinen Onkel geworben hat.

5. Bild

Auch Isolde ist Tristan in Liebe verfallen, obwohl sie ihn doch hassen sollte. Brangäne beobachtet die beiden voller Angst. Sie allein weiß um die Ausweglosigkeit ihres Kampfes gegen die aufgeflammte Leidenschaft.

6. Bild

Am dritten Tag tritt Tristan zu Isolde. lsolde begrüßt ihn als ihren Herrn. Auf seine Entgegnung, daß er es sei, der ihr zu dienen habe, widerspricht sie ihm. Dreimal schon lag sein Leben in ihrer Hand, doch nun vermag sie nicht mehr, ihn zu töten. Sie gesteht Tristan ihre Liebe. Brangäne wird Zeugin des ersten Kusses. Sie enthüllt ihnen das Geheimnis des Trankes, der für sie beide Liebe und Tod bedeute. "Komme denn der Tod" entgegnet Tristan, und als der Abend anbricht, verlieren sie sich auf ewig verbunden an die Liebe.

2. Teil - DER WALD VON MOROIS

1. Bild

Isolde ist mit König Marke verheiratet, doch ist ihm ihre Liebe zu Tristan hinterbracht worden. Vor seiner Rache flüchten sie in den Wald von Morois. Dort führen sie ein Leben in Liebe, aber voller Entbehrungen.

2. Bild

König Marke spürt die beiden auf und überrascht sie im Schlaf. Entschlossen, sie zu töten, entdeckt er Trístans Schwert, das zwischen ihnen liegt. Nunmehr überzeugt von der Reinheit ihrer Liebe, tauscht er als Beweis seiner Gnade unbemerkt das Schwert gegen sein eigenes und steckt Isolde einen Ring an den Finger.

3. Bild

Tristan, von der großmütigen Geste zutiefst berührt, macht sich heftige Vorwürfe, daß Isolde seinetwegen einem Leben, einer Königin unwürdig, ausgeliefert ist. Er betet um die Kraft, die Geliebte König Marke zurückgeben zu können.

4. Bild

Auch Isolde klagt sich der Undankbarkeit gegenüber König Marke an, dem sie mit Tristan seinen treuesten Vasallen genommen hat.

5. Bild

Gemeinsam beschließen sie, sich zu trennen und an den Hof zurück zu kehren. Tristan ist bereit, im Zweikampf zu beweisen, daß seine Liebe zu Isolde niemals sündhaft war. Sollte König Marke ihn aber fort schicken, sei er dennoch stets der ihre.

3. Teil - DER TOD

1. Bild

Seit zwei Jahren ist Tristan in der Fremde ohne Nachricht von Isolde. Er glaubt sich vergessen. Als Herzog Hoel, Vater seines Freundes Kaherdin, ihm zur Belohnung für tapfere Dienste seine Tochter, Isolde die Weißhändige, zur Frau geben will, nimmt er sie, ohne sie zu seiner Frau zu machen.

2. Bild

In einem Kampf wird Tristan von einer vergifteten Lanze verwundet; kein Arzt vermag ihn zu heilen. Er fühlt, daß er sterben muß und sehnt sich danach, Isolde die Blonde noch einmal zu sehen.

3. Bild

Er schickt nach Kaherdin und bittet ihn, Isolde zu ihm zu holen. Wenn es ihm gelingt, Isolde zu der Fahrt zu bewegen, solle er bei Einfahrt seines Schiffes ein weißes Segel hissen, andernfalls ein schwarzes. Isolde die Weißhändige belauscht eifersüchtig das Gespräch.

4. Bild

Ein heftiger Sturm bringt das Schiff, das Isolde zu Tristan führt, fast zum Kentern. Isoldes einziger Wunsch ist es, den Freund noch einmal zu sehen. Der Tod gilt ihr nichts, aber nicht in seinen Armen sterben zu können, bereitet ihr größten Schmerz. Ein Traum bringt Gewißheit, daß sie einander nicht wiedersehen werden.

5. Bild

Tristan ist nahe daran, vor Sehnsucht zu sterben. Schließlich kommt das Schiff in Sicht, das weiße Segel ist gehißt. Isolde die Weißhändige aber tritt an Tristans Bett und verkündet ihm, sein Freund Kaherdin nähere sich mit einem schwarzen Segel. Daraufhin gibt Tristan seine Seele auf.

6. Bild

Isolde ist gelandet und muß erfahren, daß Tristan tot ist. Sie schickt Isolde die Weißhändige fort, legt sich zu ihm und stirbt aus Schmerz um den Freund.

7. Bild

Bericht von der Grablegung der beiden Liebenden und der Legende vom Brombeerstrauch: in der Nacht wuchs aus Tristans Grab ein Brombeerstrauch und senkte sich in Isoldes Grab. Man schnitt ihn weg, doch er wuchs von neuem. Dreimal versuchte man, ihn zu zerstören, dann verbot König Marke, ihn fortan zu schneiden.

EPILOG

Erzählt wurde die Geschichte für alle, die lieben. Mögen sie darin Trost finden gegen alle Leiden der Liebe.

zurück