|
home Zeitgenössische Oper Berlin |
|
Séraphin von
Wolfgang Rihm (*1952) Premiere:
20. November 2003, |
|
|
Musikalische Leitung Luftartistik Darsteller Mezzosopran I |
Rüdiger
Bohn Sabrina Hölzer und Mirella Weingarten öff öff
productions, Bern Márta Rózsa Orchester der Zeitgenössischen Oper Berlin |
|
Wolfgang Rihm nennt sein Werk für acht Stimmen und zehn Instrumentalisten einen Versuch. Im Zentrum seiner Suche steht Antonin Artaud, der Radikale, der Kompromißlose, der Theaterkrieger. Auch er versuchte, zeugte und gründete. Ein Theater der Grausamkeit. Unerbittlich, erbarmungslos, unumkehrbar. Artauds Text „Séraphin“ und der gleichnamige Essay Charles Baudelaires über die Wirkung von Opium waren Rihms Partner auf der Suche nach einem Musiktheater, das die Magie des kollektiven Erlebens jenseits der Sprache und Illustration neu erkundet. Eine Theaterform, die nicht auf Handlung fußt, sondern Handlung ist. Das Theater als sein eigener Text. Grausam, weil es die Trennung zwischen Kunst und Leben verwirft. Läßt man sich tief auf die geradezu vegetative Musik Rihms ein, so beginnt man zu halluzinieren, wie unter dem Genuß von Drogen. Die Klänge sind gefährlich, weil sie Realität werden, wie die Phantasien dessen, der sich auf dem Höhepunkt eines Rausches befindet. Mit den Luftartisten der international renommierten Schweizer Gruppe öff öff, deren Kunst sich aus dem kompromißlosen Einsatz ihres Lebens speist, und dem auf experimentelle Bewegungsformen spezialisierten mexikanischen Darsteller Miguel Angel Gaspar erforschen Sabrina Hölzer und Mirella Weingarten das Objekt, das mit der Musik Rihms entstanden ist. In einer Art halluzinogener Bilder, Handlungen und Extremsituationen entsteht eine theatralische Suche unterhalb der Sprache, die Artaud durchbrechen wollte, um das Leben zu ergreifen. In seinem Versuch eines Musiktheaters folgt Wolfgang Rihm den Worten Artauds, der sagt: „Wenn es überhaupt etwas Infernalisches, wirklich Verruchtes in dieser Zeit gibt, so ist es das künstlerische Haften an Formen, statt zu sein, wie Verurteilte, die man verbrennt und die von ihrem Scheiterhaufen herab Zeichen machen." In Kooperation mit den Berliner Festspielen - gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur - mit Unterstützung der Ernst von Siemens Musikstiftung, der Stiftung Kulturfonds, der Freien Universität Berlin, Referat Weiterbildung und des Berliner Künstlerprogrammes des DAAD Rechte: Universal Edition, Wien
|
| Antonin
Artaud: Das Théâtre de Séraphin Charles Baudelaire: Das Théâtre de Séraphin |
|
©
2007 Zeitgenössische Oper Berlin |