| Zeitgenössische Oper Berlin |
| Der geschichtliche Hintergrund | |
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Königsplatz
mit Krolloper, fotografiert aus einem Fenster des Reichstages, 1935 In der Platzmitte die Siegessäule, im Berliner Volksmund "Goldelse" genannt. Am 2. September 1873 wurde dieses Nationaldenkmal eingeweiht. Es wird bekrönt von einer vergoldeten Plastik, die die Siegesgöttin Victoria und zugleich Borussia, die Allegorie Preußens, dargestellt. 1938 im Zusammenhang mit der Speerschen Planung Berlins zur "Welthauptstadt Germania" abgetragen und am Großen Stern wieder aufgebaut. |
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Die Krolloper, deren offizieller Name „Staatsoper am Platz der Republik“ war, bestand unter der Leitung des Dirigenten Otto Klemperer nur vier Jahre, vom Herbst 1927 bis zum 3. Juli 1931, dem Tag, an dem sie von vielen Freunden und mächtigeren Feinden, aus politischen und wirtschaftlichen Gründen geschlossen wurde. In diesen kurzen Jahren, in einer Zeit größter geistiger Spannung zwischen den jungen Idealen der Weimarer Republik und restaurativen und nationalistischen Strömungen zerrieben, schrieb sie Musik- und Theatergeschichte. Neben stilbildenden Neuinszenierungen klassischer Werke, die das pompöse Repräsentationstheater der Hofoper hinter sich ließ, brachte Klemperer zeitgenössische Werke von Strawinsky, Hindemith, Milhaud und Schönberg und berief Bühnenbildner, Künstler und Regisseure wie de Chirico, Moholy-Nagy, Schlemmer, Neher, Gründgens und Fehling. |
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Igor Strawinsky, Eduard Dülberg (Ausstattung) und Otto Klemperer im Vorfeld der Premiere von Oedipus Rex an der Krolloper am 25. Februar 1928 |
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Nach dem Reichstagsbrand wurde die auf der anderen Seite des Königsplatzes liegende Krolloper als Tagungsort des Reichstages genutzt. Als Sitz eines funktionierenden Parlamentes hatte es jedoch rasch ausgedient. Mit dem Ermächtigungsgesetz vom 23. März 1933 entmachtete sich der Reichstag in der Krolloper selber. Fortan fanden hier inszenierte Jubelsitzungen nur zu einem Zweck statt: den Willen Adolf Hitlers enthusiastisch zu feiern. |
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Rede Hitlers vor dem Großdeutschen Reichstag auf der umgebauten Hauptbühne der Krolloper am 19. Juli 1940. Im Publikum sitzen die Abgeordneten. |
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Die Krolloper wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Der Platz, der 1926 von „Königsplatz“ zum „Platz der Republik“ umgetauft worden war und nach der Machtergreifung Hitlers 1933 wieder zum „Königsplatz“ rückbenannt wurde, war mittlerweile für die Umsetzung der städtebaulichen Pläne Albert Speers leer geräumt worden. Nur noch unklar konnte man die ursprünglich symmetrische Platzanlage erkennen, bei der Krolloper und Reichstag um die Mitte des Platzes spiegelsymmetrisch sich gegenüberlagen. Die Siegessäule mit der Goldelse war zum Großen Stern versetzt worden. Am 27. März 1951 wurde die Ruine der Krolloper gesprengt. |
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Blick auf den ehemaligen Königsplatz mit dem sowjetischen Mahnmal, 1945, links am Bildrand die Ruine der Krolloper |
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Ehemaliger Standort der Krolloper im heutigen Regierungsviertel der Berliner Republik auf der Rasenfläche zwischen der Heinrich-von-Gagern-Straße / John-Foster-Dulles-Allee / Paul-Löbe-Allee Foto: Reimar Wulf |