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Cenci Musiktheater nach Antonin Artaud Uraufführung: 1997, London Premiere: 5. November 1999 Hebbel-Theater |
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| Musikalische
Leitung Inszenierung Bühne Klangregie Kostüme Cenci Lucrezia Beatrice Orsino |
Rüdiger Bohn Sabrina Hölzer Reinhild Blaschke Matthias Kirschke, Mark Polscher Regina Schill Manfred Andræ Cornelia Schmaus Carmen Dalfogo Marcus Kaloff Orchester der Zeitgenössischen Oper Berlin |
| Koproduktion mit dem Hebbel-Theater Berlin mit Unterstützung der Kultur-Stiftung der Deutschen Bank
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| Giorgio
Battistellis Oper basiert auf der authentischen Geschichte der römischen
Adelsfamilie des Grafen Francesco Cenci, Ende des 16. Jahrhunderts. Wegen
dessen zahlreicher Verbrechen, langen Demütigungen und Mißhandlungen
seiner Frau und Kinder und der Vergewaltigung der Tochter Beatrice ließ
seine Familie ihn durch zwei Mittelsmänner ermorden. Ehefrau und Tochter
wurden von Papst Clemens VIII. des Mordes beschuldigt und im Jahr 1599 öffentlich
hingerichtet.
Die Quellen des Schauspiels "Les Cenci" (1935) von Antonin Artaud waren vermutlich Stendhals Übersetzung eines zeitgenössischen Tatsachenberichtes innerhalb seiner "Italienischen Chroniken" (1830-1842) und Percy Shelleys Theaterstück "The Cenci" (1819). Artaud erkannte in dem historischen Familienbild der "Cenci" ein Movens der Grausamkeit, das er in seinen theatralischen Auseinandersetzungen als eine der geheimsten Triebfedern des menschlichen Herzens bezeichnete. In seinem Bühnenstück steht die Gewalt in der Familie im gesellschaftlichen Kontext kirchlicher Machtausübung. Battistelli und sein Librettist Nick Ward nehmen den historisch gesellschaftlichen Rahmen weitestgehend zurück und konzentrieren sich auf die Familienkonstellation. Das Familienportrait der "Cenci" zeigt Grausamkeit als einen Kreislauf, als eine facettenreiche Determinationskette von Macht und Gewalt, die durch einen einzelnen Menschen nicht durchbrochen werden kann. Die Kirche bleibt eine Macht im Hintergrund, repräsentiert durch einen jungen Priester im Konflikt zwischen Liebe und Zölibat. So wird die authentische Renaissancegeschichte in eine gesellschaftliche Urform der Familie überführt und bildet ein Exempel für eine archetypische Konstellation, das weit über seine historische Einbindung hinausgeht. Giorgio Battistelli entwickelte für seine Figuren eine theatralische Musiksprache, die ihre seelischen Bewegungen sicht- und hörbar macht. Durch eine Art "notierter Emotion" verschmelzt er den Ausdruck der Darsteller mit dem Ausdruck der Instrumente zu klanggewordenen Bildern der menschlichen Seele. Er notiert den Atem, den Herzschlag, die Schreie, das Zittern, Flüstern und Weinen seiner Figuren in ihrem einsamen Kampf mit der eigenen Ohnmacht. Der Darsteller selbst wird zu einem expressiven musikalischen Instrument. Das Hervorbrechen der latenten Tiefenschicht an Grausamkeit, die das Theater Artauds bestimmte, wird in den rhythmischen Exzessen der Musik Battistellis zu einem akustischen Erlebnis. Er durchbricht mit der Ausschreitung extremster Ausdrucksmöglichkeiten der menschlichen Stimme die Maske des gesprochenen Wortes und vertont damit die Suche seiner Figuren nach menschlichem Kontakt in der Überschreitung sprachlicher Grenzen.
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Gesprächskonzert mit
Giorgio Battistelli am 31. Oktober 1999 Hebbel-Theater:
Moderation: Helga de la
Motte in Zusammenarbeit mit dem Berliner Künstlerprogramm des DAAD und dem Italienischen Kulturinstitut Musiktheater
Theatermusik |
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2007 Zeitgenössische Oper Berlin |