Zeitgenössische Oper Berlin
Salvatore Sciarrino - 1947 in Palermo geboren - erlernte das kompositorische Handwerk autodidaktisch oder besser gesagt: "Er lernte es überhaupt nicht, was ihm einen unendlichen Freiraum musikalischer Jungfräulichkeit und die Originalität am Nullpunkt garantierte." (Hubert Stuppner) "Die tödliche Blume" gehört mit "Amor und Psyche", "Perseo e Andromeda" und "Lohengrin" zu den international erfolgreichen Arbeiten von Sciarrino für das Musiktheater.

Die Kammeroper geht auf die authentische Geschichte des Renaissance–Komponisten Gesualdo zurück, der seine Frau aus Eifersucht ermorden ließ. Das Werk handelt von der Vergänglichkeit der Liebe: Am Morgen eines Tages beschwören ein Mann und eine Frau, Graf und Gräfin, ihre ewige Liebe. Am Mittag erwacht die Leidenschaft der Gräfin zu einem Gast, dem sie sich hingibt. Am Abend verzeiht ihr der Graf und sie kehrt zurück. In der Nacht, als sie mit ihrem Mann den Vorhang zu ihrem Bett öffnet, erblickt sie dort die Leiche des Geliebten. Der Graf tötet auch sie, die von dem Dolch ihres Mannes getroffen über dem ermordeten Geliebten zusammenbricht.

Sciarrino entwickelt für diese Liebesgeschichte eines einzigen Tages eine Musik, die sich ganz dem Ausdruck feinster psychologischer Nuancen der menschlichen Seele verschreibt. Wie die Raffung der zeitlichen Struktur des originalen Dramas, so erscheint auch die musikdramatische Sprache eine Kristallisation von Gefühlen der Liebe zu sein. Die Sprache der Liebenden erklingt als fortwährende Implosion in der Enge ihrer Intimität. Die Sprache der Leidenschaft gebiert in diesem Stück eine Art des Gesangs, die uns bisher unbekannt war...

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